Dienstag, 25. Februar 2020, 21.21 Uhr

3 statt 6 Punkte aus der Romandie

"Eigentlich hätte ich gedacht, dass das Wochenende genau anders rum ablaufen wird", meinte Coach Lucian Jachowicz auf der Rückreise. "Ich habe nicht erwartet, dass wir gegen Servette so klar gewinnen." Die Zürcher bekundeten in den letzten Jahren immer wieder Mühe mit den Genfern in der alten, düsteren Salle des Racettes in Genf. Doch dieses Mal lief es für die Zürcher erstaunlich gut und sie konnten sich 3:0 durchsetzen. Mit ein Grund für diese unerwartete Leistung dürfte unter anderem die Wut im Bauch nach der klaren Niederlage am Samstag sein.

Am Samstag setzte es für die Deutschschweizer eine klare Niederlage in Colombier ab: Irgendwie fanden die Zürcher nie richtig ins Spiel und viele Aktionen missglückten aus unerklärlichen Gründen. Es schien fast so, als seien die Gäste nach dem hervorragenden Start zur Playoff-Runde mit 3 Heimsiegen fast ein wenig gehemmt. Eventuell schielten die Zürcher zu viel auf die sehr erfreulich aussehende Tabelle und vergassen dabei selber befreit aufzuspielen. Die Neuenburger ihrerseits spielten frisch von der Leber weg und verkrampften sich nicht. So kam es, wie es kommen musste und die Hausherren dominierten die Zürcher sozusagen mit ihren eigenen Waffen: Sie behielten die Nerven in den langen Ballwechseln und konnten sich auf ihren Amerikanischen Aussenangreifer verlassen, der konstant Punkte verbuchte. Mehr als ein Satzgewinn schaute aus der Reise nach Colombier nicht heraus.

Um die Reiserei nicht unnötig zu vergrössern, blieben die Zürcher nach dem Match in Neuenburg gleich in der Romandie. Nach der nicht allzu erholsamen Nacht in Lausanne ging es für sie weiter nach Genf, wo mit Servette eines der unangenehmsten Auswärtsspielen anstand. Die Unterländer waren jedoch gewillt, sofort nach der Niederlage wieder eine Reaktion zu zeigen. Das Kader veränderte sich im Vergleich zum Samstag leicht: Mit Thomas Schatzmann reiste eine wichtige Teamstütze aus beruflichen Gründen erst am Sonntag an. Dafür blieb der frischgebackene Vater Michael Brander zu Hause. Gratulation und alles Gute auch an dieser Stelle an die Familie Brander!

Der erste Satz war geprägt von vielen Servicefehlern auf beiden Seiten. Dementsprechend konnte sich keine Mannschaft richtig absetzen. Doch im Vergleich zum Samstag agierten die Zürcher am Sonntag in den entscheidenden Phasen deutlich abgeklärter und glücklicher. So konnten sie ein Rückstand erst im letzten Moment aufholen und selber den ersten Satzball verwerten.

Im zweiten Umgang reduzierten die Zürcher die Fehlerquote massiv und so war es klar, dass sich die Zürcher durch ihre grössere Ausgeglichenheit absetzen konnten. Sie punkteten in dieser Phase regelmässig über alle Positionen und waren auch äusserst effektiv im Service. Ein klarer 25:17-Satzgewinn war die logische Folge.

Im dritten Umgang lief nicht mehr alles wie aus einem Guss bei den Zürchern. Die Genfer spielten deutlich solider und machten es den Zürchern, die selber auch ein wenig abbauten, schwieriger zu Punkten zu kommen. Dank einem Zwischenspurt in der Mitte des Satzes kamen die Hausherren sogar zu den ersten Satzbällen. Diese konnten die Zürcher jedoch teilweise in Extremis abwehren und nach gut 80 Minuten verwertete Diagonalspieler Gahr den zweiten Matchball für die Zürcher zum 27:25.

Nach diesem Wochenende grüssen die Zürcher von der Tabellenspitze. Der Blick auf die Tabelle täuscht jedoch ein wenig, da die Unterländer bereits 5 Spiele ausgetragen haben und die direkten Gegner Lausanne und St. Gallen erst drei respektive zwei Spiele auf dem Konto haben haben. Dementsprechend werden die Zürcher wohl bald wieder von der Spitze verdrängt. Trotzdem wären die Zürcher natürlich nicht unglücklich, wenn die Tabellensituation auch in einem Monat noch so wäre. Für die Zürcher geht es erst in zwei Wochen weiter mit einem weiteren Doppelwochenende: Sie spielen nacheinander gegen Colombier zu Hause und danach auswärts gegen Lausanne.

Colombier Volley I - VBC Züri Unterland 3:1 (26:24, 25:20, 20:25, 25:23). VBC Züri Unterland: Häring; Gahr, Walser, Brander, Schlatter, Bienz - Libero: Back - Einwechslungen: Hinrichs, Clavadetscher, Wachter, Fotsch.

VBC Servette Star-Onex 0:3 (23:25, 17:25, 25:27). VBC Züri Unterland: Häring; Gahr, Walser, Schatzmann, Schlatter, Hinrichs - Libero: Back/Fotsch - Einwechslungen: Bienz, Clavadetscher, Wachter.

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